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Bridge & Brunch 2014

Wachgeküsst

durch das liebliche Sommerwetter, was für paradiesische Voraussetzungen für das diesjährige Bridge & Brunch, zu dem im Restaurant Schönbühl in Schaffhausen eingeladen war. Zu den ambitionierten Preziosen des Bridge-Clubs Schaffhausen gesellte sich auch eine illustre Gästeschar unserer Spielfreunde aus Winterthur, spärlich war sogar die internationale Prominenz vertreten. Ein Beweis für die Verliebtheit in diese berührende Spielkultur, die uns sogar in die philosophische Koketterie verführt: Es gibt keine Moral, keine Keuschheit – nur Bridge.

Romy Brunner gab mit ihrer herzlichen Begrüssung der 26 Spielpaare der Freude Ausdruck, wie Begegnung und Freundschaft uns immer wieder glückliche Augenblicke schenken und wünschte allen ein glückliches Spielerlebnis.

Noch einige kurze organisatorische Anweisungen, liebevolle Dankesworte an die Helferinnen, und schon ging es zum vitalen Vorspiel. Ein gesundes und genussvolles Zmorgebuffet stand uns zur Selbstbedienung bereit. Der angeregte Kaffeegeschmack, durchmischt von feinem Teeduft, das knusprige Brot mit den auserlesenen Käsesorten, Fruchtsalat und Birchermüesli, liess alle in aufgeregter Stimmung natürliche Energie auftanken. Damit waren die therapeutischen Voraussetzungen für Gesundheit und Geist gegeben.

Nach kurzer Zwischenpause war die „Spielwiese“ hergerichtet, für Hochspannung war gesorgt, und unsere bewährten Spielleiterinnen Anne Barbato und Sheila Zeller liessen den Spielobsessionen freien Lauf. Mit beeindruckender Noblesse ergaben sich „ Normalos wie Topshots“ der unbändigen Spielfreude. Der Zauber der Regelkunst beherrschte schnell die clubtypischen „Assemblagen von Spielpaaren“. Gegenseitige Kritik oder kurze Diskussionen über die Spielresultate liessen das Adrenalin fliessen. Die vereinzelten Männer dieser Spielzunft übten sich im Stillen in charakterlicher Stilbildung, indem sie sich den Dogmen der anwesenden Übermacht der Damen ergaben. Freudige und motivierte Gesichter fast an allen Tischen, ab und zu beherrschte aber auch die Inkarnation des Durchschnittlichen die gezeigten Gefühle. Ist Bridge nun doch eine „Schlachtplatte“ voller Geistesblitze mit „Ketchup“ oder ein verbleibendes Relikt der Frontalpädagogik?



Als erwiesen gilt sicher, dass man im Bridge nie im Zustand der blossen Berieselung verharren kann. Auch wenn viele im Eifer des Wettkampfes immer wieder der Versuchung erliegen, mit verflixten Spielideen ein „Elch-Bridge-Test“ Resultat zu erzielen. Man verzeihe mir meine persönlichen Gedanken und Einsichten. Doch damit habe nicht nur ich als Berichtschreiber, sondern hatten auch die unbändigen Spielfreudigen mit ihrer Hoffnung auf ein gutes Resultat die „Schweiss-Smileys“ verdrängt. Der Bridgemarathon neigte sich in lebhafter Stimmung seinem Ende zu.

Dass der Erfolg nicht nur durch Kreativität erzielt wird, sondern dazu auch eine subtile Einschätzung mit einer „Prise zum Risiko“ erfordert, bewiesen wieder einmal die Resultate. Mit grossem Applaus konnten die Siegerpaare, Ruth Almer/Rosmarie Möllinger und Eva Fechter/Lory Marbacher die wohlverdienten Glückwünsche entgegennehmen.


Die“ Flower Ceremonie“ für Ruth und Rosmarie war für mich in mehr als nur einer Beziehung ungewöhnlich und berührte mich sehr, war dieser Sieg doch ein Beweis für die vitalisierende Wirkung des Bridge, das „Botox“ des Älterwerdens. Herzlichen Glückwunsch.

Ein uneingeschränktes Dankeschön gilt aber auch allen, dass ihr mitgeholfen habt, in uneigennütziger Weise der Spielkunst zur Wirklichkeit zu verhelfen: der Lebenskunst. Was immer lebendig ist, kann nie vergänglich sein….

Peter Ganz

Fotos: Peter Ganz, Christine Thum, Sheila Zeller

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