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Tringulaire 2018


«Bridge sprengt alle Grenzen»

Sanft und gewogen stemmte der Rhein die Tränen des Winters an der Alten RheinmĂĽhle in BĂĽsingen vorbei – noch verbockte grauer Himmel unsere FrĂĽhlingsfreuden. Als wär’s eine Liebeserklärung an die Romantik dieser verträumten Idylle hatte der Bridge-Club Schaffhausen am 17. März 2018 zum traditionellen «Triangulaire» eingeladen. 

Leider klapperten nicht mehr die alten Mühlräder, dafür frohlockten umso mehr die fröhlichen Herzen der zahlreichen Gästeschar. Unübersehbar dabei die beschwingte Weiblichkeit, die an diesem «Pas-de-deux» des Glücks teilnahm. Erstaunt war ich diesmal über die Anzahl der verträumten Helden, die über ein «Sextel» der Platzreife ergatterten und sich in die «Arche Noah der Reizungen» wagten.

Jede Leidenschaft hat sein Vorspiel. Dieses war selbstverständlich der charmanten Präsidentin des Gastclubs, Maria Lenz, vorbehalten, die die «Limited Edition» aus Winterthur, Bülach und Schaffhausen in freudiger Erwartung herzlich willkommen hiess und das Zepter der Spielleitung, Huguette Nater und Rolf Thum (IT-Experte) übergab.

Im «Junkersaal» wurde es kurz sehr lebhaft. Mit freundschaftlichem Händedruck begrüssten sich die Gegenparteien an den zugelosten Tischen. Ein gegenseitiger Glückwunsch und schon waren die magischen Kräfte der «Kartenschmeichlerei» endgültig heraufbeschworen und souverän die Karten in den Händen gefächert, als wären sie die «Enzyklopädie» des Glücks. Der geübte Geistesblitz zur bravourösen Regelauslösung wurde gesucht und als geistige Errungenschaft zelebriert. Die unterschiedlichen Begabungen im Hang zur Perfektion erspielten sich gelegentlich aber auch zur Selbstentlarvung. Die «grenzenlose» Faszination dieses Spiels nahm seinen Lauf, im Charme des beeindruckenden Flirts mit der Leidenschaft.

Bridge spielen, ist eine Offenbarung mit extremer Offenheit,
mit einem tollkühnen Regelwerk, gereizt bis zur Zwiespältigkeit;
jedenfalls nichts fĂĽr moralisch geprägte Stilpräziosen, 
denn die Ausbeutung der Leidenschaft schenkt sich keine Rosen;
die Szene wird beherrscht von neugeborener Lockerheit und ironischem Augenrollen,
ein Dschungelkamp an Selbstironie, Gestik und Mimik - es dürfte, hätte, doch nicht sein sollen;
schlicht ergreifend jedoch wie bebilderte Karten im Stillen regeln diesen Ăśbermut,
sind doch Ehrgeiz und Spielwitz die Poesie des Spiels - das tut unseren Herzen gut.



Ob kanonische Anwandlung oder Hingabe zum Alltäglichen, die Mittagspause verführte schon bald an die Tafel der rustikalen und sehr gemütlichen Gaststube. Der blühende Quell der Inspiration des Spiels tauchte nochmals kurz auf. Distinguiert, bewegt und auch mit ausladenden Gesten ausgesuchte «Fallstricke der Regelkunst» nochmals «destilliert», die Attitüden des Gewöhnlichen prononciert und «Treibhausblüten» wegdiskutiert. Was für eine Erleichterung, als sich nun aber glücklicherweise die Erwartungen an die Kochkunst in vorzüglicher Freundlichkeit zelebrierte. Die Algorithmen der Zauberkraft der Hexenmeister aus der anerkannten Küche der «Alten Rheinmühle» beherrschten hiermit die kulinarische Trivialität. Ob gebratene Felchenfilets oder Kalbsschulterbraten - der rustikale Liebesbeweis war ein Genuss nach all den Strapazen. Dass nicht nur Wasser der Quell unseres Lebens ist, das bewies auch die vorzügliche Auswahl an einheimischen Kredenzen. Im Nu waren die Stirnfalten verflogen. Wie Bridge dabei die Geschwätzigkeit entlarvte: der leicht verhädernde Schaffhauserdialekt, die überdenkenden Zürischnuri, oder die stramm geregelten Wortschatzkaskaden unserer Euroverbündeten, gewürzt mit einem bunten Strauss vieler anderer «Sprachblüten», sie alle sind ein sprühendes Vergnügen bei dieser einmaligen Turnierstimmung. Beim köstlichen Dessert reifte aber schon bald wieder die Taktik des Spiels.

Während draussen ein leiser Nieselregen zur Abendstimmung einläutete, fand das abenteuerliche «Triangulaire» nach über 5 Stunden Spieldauer seinen verdienten Abschluss. Emotionale Attitüden waren beim Apéro nochmals angesagt. Ob Schicksal oder Pech – das Pech kam schon eher zum Zug, egal ob dabei der vielfach letzte zusammengekratzte Optimismus noch weggeblasen wird, wie eine sanfte Wehmut an die Herausforderung. Jedenfalls hatten wir heute wieder einmal Geschichte geschrieben, das mit unseren befreundeten Bridgeclubs, und zwar eine, die wunderbar ausging. Dafür ein herzliches Dankeschön an die Turnierleitung, Huguette Nater, die herzhaft mit viel Geschicklichkeit und Geduld das Spielgeschehen leitete. Aber auch der Präsidentin, Maria Lenz, und dem Vorstand des Bridge-Clubs Schaffhausen, unserem unermüdlichen und leidenschaftlichen IT-Spezialisten, Rolf Thum, und miteinbezogen die vielen kleinen unscheinbaren Mithelferinnen und Mithelfer, den verbindlichsten Dank für diese tadellose Organisation.

Im Zeremoniell der gegenseitigen Huldigungen und der Krönung der «Old-Mile-Stars» fand dieser erlebnisreiche Turniertag seinen Abschluss. Mit dem separaten Fotobericht und der Rangliste wird uns dieses «Tagesschaufenster des Glücks» sicher noch lange in Erinnerung bleiben. Wie sagt man doch: Je älter wir werden, desto besser waren wir.

19.03.2018 Peter Ganz


Alle Resultate Triangulaire 2018.

Foto: Rolf Thum