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Weihnachtsbridge 2014

Im vorweihnächtlich geschmückten Rest. Schönbühl verschmolzen Geist und Gaumen der Freunde der Spiellust wieder einmal zu Licht und Glanz. Fröhliches Gelächter, erwartungsvolle Gesichter und was für eine modisch betonte textile Symphonie - sie liess selbst die Herzen der wenigen anwesenden Männer höher schlagen. Die fast vollzählige Damen-Corona der „Top-Ten“ war anwesend, angeführt von unserer „Turnier-Queen“ Alice Schuppli, die nur so von Spielcharme sprühte. Nicht zu übersehen die vermeintlichen „Lucky-Looser“, deren Ehrgeiz sich schon in der Zusammensetzung der Diagonalpaarungen anstachelte. Provokativ war die Ausschau nach „Jungtalenten“. Die bitterböse Parodie des Nachwuchses ist leider nach wie vor auf die magische Wirkung von Glücksbringern beschränkt. Man stelle sich aber vor, auf den Karten wären statt Glücksfarben nymphomanische Schneewittchen oder frivole Gartenzwerge? Oder als absoluter Clou: an einem rosa-roten Armband am Handgelenk eine Apple-Watch mit digitaler Wissensbegierde?  Wäre das aber dann nicht eher das Mythos des verlorenen Paradieses? Da würde sicher nicht nur der Altersdurchschnitt  „sinken“…

Die herzliche Begrüssung der Präsidentin Maria Faulenbach liess unsere Herzen noch höher schlagen – der „dramatische Show-down“ nahm seinen Lauf. Die spielerische Wiege des Glücks wurde nun beschworen, die geballte Harmlosigkeit zelebriert, Kontrapunkte wurden dosiert eingesetzt. Manchmal wurde es auch zu viel des Guten und die Spieloase wurde zum Nährboden der Einbildungskraft. Doch Bridge ist unerbittlich wie beim Pilgern: man redet sich ein, dass die Regeln das Ziel sind...  Das hübsche Lächeln kann dabei auch diabolisch wirken, oder der Mann fühlt sich durch die Spiellust wie ein junger Hirsch. Bridge ist der Jahrmarkt der Passion – und macht glücklich.

Dumpfer „Plastikklang“ und fröhliches Stimmengewirr zelebrierten nach zwei Stunden das Ende einer neuen Erfolgsgeschichte unseres Clublebens. Dabei war es ein Genuss zu verspüren, wie sich im Duft des Orangenpunches der Hauch der Exklusivität nur so verflog. Im romantischen Kerzenlicht der Feuerschalen liessen die einen schmunzelnd ihre Spiele nochmals im poetischen Glanz erstrahlen, während andere noch mit ihrem Schicksal haderten. Spätestens aber mit dem Gaumenkitzel der Focaccia-Häppchen war der Bann für die ewige Freundschaft unter den Bridgespielern wieder geschlossen. Dabei liessen unser herzhaftes „Basler-Dybli“ Heidi Dietrich zusammen mit Maria Faulenbach mit einem Gedicht die aussergewöhnlichen „Requisiten“ unserer Spielmanieren in Revue passieren. Eine beherzte Parodie, die mit viel Witz und Humor, aber auch Ironie unsere Herzen begeisterte. Der Applaus verriet, ihr Vorsatz für das neue Jahr 2015 wurde beherzigt angenommen: „Begehe nie denselben Fehler zweimal. Es gibt genug neue.“

Dezent wurde nun in Festlaune der Saal „gestürmt“, so dass mir sofort klar wurde: Hier übernahmen wieder die Gewohnheitsmuster der Gesellschaft das Zepter. Unsere Liebeserklärung galt jetzt dem erlesenen Gericht, das die gepflegte Küchentradition des Restaurants Schönbühl richtig aufleben liess.
Ob Schweinsfilet oder Kräuterpuffer: eine Geschmacksharmonie, die mit dem Wintergemüse und den Gewürzen perfekt aufeinander abgestimmt war. In einer zarten Weihnachtsstimmung verspielten sich dabei wieder einmal unsere Gedanken, dass Bridge über die Müdigkeit von Körper und Geist hinweghilft. Selbst das verführerische Stück an sagenhafter Sünde wurde kaum noch als Verhängnis wahrgenommen. Wen interessierten da noch die Schieflage von „Philae“ oder  das monegassische Kinderglück von Gabriella und Jacques? Kluger Rat in gesundheitlichen und familiären Fragen war nun gefragt. Das paradiesische „Accessoire der Häuslichkeit“ bewegte  die Szenerie. Vermehrt ausladenden Gesten oder schallendes Gelächter verriet bald: die Stimmung erreichte ihren Höhepunkt. Der Samichlaus verwandelte nun die Gesellschaft in den zauberhaften Mythos vom Stall zu Bethlehem. Allen wurden Aufgaben in der einzigartigen Geschichte zugeteilt, die sie in ihrer charakterlichen Verbundenheit mit dem Bridge offenbarten. Ob Romantik, Kitsch oder jungfräuliche Empfängnis, dem Jesuskind wurde jedenfalls so viel Aufmerksamkeit geschenkt, dass auch die Flucht mit Mie Ritter auf dem Luftkissen in den Wogen des Rheins die pädagogische Revolte unserer Generation kaum aufgehalten hätte. Das kreative Krippenspiel von Maria Faulenbach erntete grossen Applaus.

Die Feierlichkeiten fanden in der Preisverleihung ihren Abschluss. In schönster Pracht präsentierten sich die liebevollen Geschenkideen. Das duftende und florale Sortiment an Köperpflege war eine Augenweide,
aber auch unter den Klassikern der spiritistischen Sinneswandlung gab es einige Trouvaillen. Selbst mit verbundenen Augen hätte jeder sein Glück gefunden. Mit viel Applaus bis in die letzten Ränge wurde allen Teilnehmenden für diesen wundervollen und unvergesslichen Weihnachtsabend gedankt.


Ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle all jenen, die in uneigennütziger Art zum Gelingen dieses einzigartigen Anlasses beigetragen haben. Aber auch dem Vorstand, der immer wieder mit neuem Elan und positivem Gedankengut die Leitplanken zu einem freundschaftlichen Clubleben setzt. Wo der Wunsch zum Spiel Wirklichkeit wird, da beginnt das Gefühl des Glücklichseins: die Lebenskunst. In diesem Sinne allen ein fröhliches Weihnachtsfest und gute Gesundheit im neuen Jahr.

Peter Ganz

Fotos: Rolf Thum

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